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Marterl Franziska Nagl

Die im Landkreis Dachau beim Einmarsch der amerikanischen Truppen am 29.April 1945 befreiten Zwangsarbeiter und Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau, überwiegend aus Polen, konnten nicht unmittelbar in ihre Heimat zurückkehren. Für sie wurde die »Stellung« in Wagenried ab Mitte Mai 1945 zumSammellager ausgebaut. Bis zu 1 000 Displaced Persons (DPs, heimatlose Ausländer) fanden eine vorläufige Unterkunft im Lager Wagenried. (Eleonore Philipp)

Es konnte nicht ausbleiben, dass diese über Jahre unterernährten, missachteten Personen nun ihrerseits teilweise gesetzlos handelten. Ein besonders tragisches Beispieldieser chaotischen Zustände zeigt der Fall der Franziska Nagl.

Es wird erzählt:
Das Mädchen, 16 Jahre alt, wollte mit dem neuen Fahrrad nach Indersdorf zu Näherin fahren. Auf dem Weg, der durch das Glonner Holz führt, geschah die fürchterliche Geschichte. Das Mädchen wurde am 24. August 1945 von ehemaligen polnischen Gefangenen von ihrem Fahrrad gezerrt, des Rades beraubt, vergewaltigt und erschlagen. Ein Suchtrupp, nachdem sie nicht nach Hause kam, fand das tote Mädchen gegenüber der Stelle, wo jetzt das Marterl steht tot liegend.

Durch den Diebstahl des Fahrrades konnten die Mörder ermittelt werden.
Es wird erzählt, dass der Mörder nach der Anklage nach Polen abgeschoben wurde.

 

Autor: Jürgen Hass

Sprecher: Brigitte Wintersberger, Jürgen Hass

 

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